So erstellst du Videos für einen Online-Kurs

Plane kurze Lektionen mit je einem Ziel, wähle für jede den passenden Stil, sorg für guten Ton, stell nach jedem Video eine Frage und plane Updates mit ein.

Vom Chasca-Team 7 Min. Lesezeit

Lieber schauen als lesen? Chasca hat dieses Video aus dem Artikel gezeichnet und vertont. Das Video ist auf Englisch vertont. Transkript lesen

So erstellst du Videos für einen Online-Kurs: Plane den Kurs als Reihe kurzer Lektionen mit je einem Lernziel, halte jedes Video unter sechs Minuten, wähle den einfachsten Stil, der zeigt, was die jeweilige Lektion braucht, schreib zuerst das Skript, sorg für guten Ton, stell nach jedem Video eine Frage, füge Untertitel hinzu und bau alles so auf, dass eine Änderung nur eine kleine Bearbeitung bedeutet. Die Kamera zählt weniger, als die meisten Kursersteller erwarten. Der Plan und der Ton zählen mehr.

Online-Kurse haben ein Problem: Nur wenige bringen sie zu Ende. In Daten aus sechs Jahren Harvard- und MIT-Kursen auf edX stellten Justin Reich und José Ruipérez-Valiente fest, dass sich die niedrigen Abschlussquoten nicht verbessert hatten. Videos allein ändern daran nichts. Die Schritte unten, die sich auf Forschung zu Lernvideos stützen, beseitigen aber die häufigsten Gründe, aus denen Leute aufhören zuzuschauen.

Schritt 1: Wie teilst du einen Kurs in Videos auf?

Geh von dem aus, was die Lernenden können sollen, nicht von allem, was du weißt. Liste die Lernergebnisse des Kurses auf, fasse sie zu Modulen zusammen und teile dann jedes Modul in Lektionen mit je einem Lernziel auf:

Nach diesem Video kannst du ______.

Ein Lernziel, ein Video. Benenne jedes Video nach seinem Lernziel („Den Preis für deinen ersten Workshop festlegen“), damit die Lernenden es wiederfinden. Als Philip Guo, Juho Kim und Rob Rubin 6,9 Millionen Wiedergabesitzungen auf edX analysierten, lautete ihre erste Empfehlung, viel Aufwand in genau diese Planung zu stecken, damit Lektionen als Häppchen von weniger als sechs Minuten entstehen.

Das Aufteilen hilft dem Lernen, nicht nur der Aufmerksamkeit. Eine Metaanalyse von 56 Studien ergab, dass Lektionen, die in sinnvolle Abschnitte gegliedert sind und die Lernende in ihrem eigenen Tempo durchgehen, besser behalten und angewendet wurden als dieselbe Lektion am Stück.

Schritt 2: Wie lang sollte jedes Kursvideo sein?

Unter sechs Minuten, oft zwei bis vier. In Guos Daten lag der Median der Sehdauer bei höchstens sechs Minuten, egal wie lang das Video war, und nach längeren Videos versuchten sich weniger Lernende an der Anschlussfrage. Wird eine Lektion länger, stecken meist zwei Lernziele darin, also mach zwei Videos. Mehr dazu steht in unserem Artikel zur Länge von Erklärvideos und in Helfen kurze Videos beim Lernen?

Schritt 3: Welcher Stil passt zu welcher Lektion?

Ein Kurs muss nicht bei einem Stil bleiben. Passe das Format an das an, was die jeweilige Lektion zeigen muss:

Lektion Passendes Format
Begrüßung, Einführungen in die Module, Ermutigung Du selbst vor der Kamera
Ein Konzept, ein Mechanismus, das „Warum“ hinter einer Methode Ein gezeichnetes Erklärvideo
Eine Aufgabe in einer Software Ein Screencast
Eine praktische Fertigkeit Eine gefilmte Vorführung
Daten, ein Modell oder eine Fallstudie Folien mit Bildern, im Wechsel mit deinem Gesicht

Guos Befunde zeigen in dieselbe Richtung. Tablet-Zeichnungen im Stil der Khan Academy erzeugten mehr Engagement als PowerPoint-Folien oder Code-Screencasts, Videos, in denen sich Folien und die sprechende Lehrperson abwechselten, mehr als reine Folien, und Videos mit persönlicherer Note konnten mehr Engagement erzeugen als aufwendig produzierte Studioaufnahmen. Unser Leitfaden zu den Arten von Erklärvideos vergleicht die Stile ausführlicher.

Solltest du dein Gesicht zeigen?

Für die Bindung ja. Fürs Lernen macht es kaum einen Unterschied. Eine Metaanalyse von 2022 über 20 Experimente ergab, dass es weder das Lernen noch die soziale Präsenz signifikant veränderte, wenn die Lehrperson zu sehen war, die Motivation aber erhöhte, ebenso wie die kognitive Belastung. Als René Kizilcec und Kollegen 2.951 Online-Lernende wählen ließen, berichteten diejenigen, die mit dem Gesicht der Lehrperson schauten, von einer besseren Erfahrung, aber 35 Prozent entschieden sich dafür, ohne das Gesicht zu schauen, unter anderem, um sich nicht ablenken zu lassen.

Zeig dein Gesicht also dort, wo es eine Aufgabe hat: bei Begrüßungen, Einführungen in die Module, Geschichten und Ermutigung. Wenn du erklärst, überlass den Bildschirm der Zeichnung, der Folie oder der Software.

Schritt 4: Wie schreibst du das Skript für ein Kursvideo?

Schreib das Skript, bevor du aufnimmst. Nirgends lässt sich eine Lektion billiger korrigieren.

  • Sprich zu einer einzelnen Person. Sag „du“ oder „Sie“ und nutze einfache Wörter. Ein Gesprächston statt eines förmlichen Stils ist eines von Richard Mayers evidenzbasierten Prinzipien für multimediale Lehre.
  • Benenne alles im Bild genau dann, wenn es erscheint, und zeig nichts, was du nicht erwähnst.
  • Rechne mit etwa 150 Wörtern pro Minute.
  • Sprich nicht extra langsam. In Guos Daten erzeugten Videos mehr Engagement, in denen die Lehrenden recht schnell und mit viel Begeisterung sprachen.

Unser Leitfaden zum Skript enthält eine Vorlage zum Ausfüllen.

Schritt 5: Welche Ausrüstung brauchst du wirklich?

Weniger, als du denkst, und der Ton kommt zuerst. In Experimenten von Eryn Newman und Norbert Schwarz hörten Versuchspersonen dieselben Konferenzvorträge und Radiointerviews in hoher oder niedriger Tonqualität. War der Ton schlecht, bewerteten sie die Forschung und den Forscher weniger positiv, obwohl der Inhalt identisch war.

  • Ein Mikrofon nah am Mund, etwa ein USB- oder Ansteckmikrofon.
  • Ein ruhiger Raum mit weichen Möbeln und Stoffen, die den Hall schlucken.
  • Eine Handykamera auf Augenhöhe, während du zu einem Fenster oder einer weichen Lichtquelle schaust.

Eine ungezwungene Umgebung ist völlig in Ordnung. Ein Studio brauchst du nicht.

Schritt 6: Wie hältst du Lernende zwischen den Videos bei der Stange?

Stell nach jedem Video eine Frage. In einer Harvard-Studie teilten Karl Szpunar und Kollegen eine aufgezeichnete Vorlesung von 21 Minuten in vier Teile. Studierende, die nach jedem Teil ein kurzes Quiz machten, gaben bei 19 Prozent der Abfragen an, gedanklich abgeschweift zu sein, gegenüber 41 Prozent bei Studierenden, die zwischen den Teilen themenfremde Rechenaufgaben lösten. Im Abschlusstest erreichten sie 90 Prozent gegenüber 68 Prozent.

  • Beende jedes Video mit einer Frage zu seinem Lernziel, einer Pause und dann der Antwort.
  • Setz ans Ende jedes Moduls ein kurzes Quiz oder eine Aufgabe.
  • Lass die Lernenden ihr eigenes Tempo bestimmen und sorg dafür, dass sich jedes Video leicht wiederfinden lässt.

Schritt 7: Wie hältst du einen Kurs barrierefrei und aktuell?

  • Schalte Untertitel ein. Untertitel für aufgezeichnete Videos sind eine Anforderung der Konformitätsstufe A in den Web Content Accessibility Guidelines, und sie helfen allen, die in einer Zweitsprache oder ohne Ton zuschauen.
  • Biete ein Transkript an für Lernende, die lieber lesen oder suchen.
  • Behandle die Skripte als maßgebliche Fassung. Erst das Skript aktualisieren, dann das Video.
  • Halte Videos kurz und modular, damit eine Änderung ein kurzes Video betrifft und nicht ein ganzes Modul.

Wie machst du Kursvideos mit Chasca?

Nutze Chasca fürs Erklären. Gib das Thema einer Lektion ein oder lade deine Notizen, deine Folien, ein Kapitel als PDF oder die Aufnahme einer Live-Session hoch, und Chasca schreibt das Skript, teilt es in Szenen auf und zeichnet jede davon Strich für Strich synchron zum Sprechertext, meist in etwa einer Minute. Jede Lektion endet mit einer Frage und einem Fazit in einem Satz, und mit den kostenpflichtigen Tarifen erstellst du Lektionen von bis zu 30 Minuten, die bei mehr als sechs Minuten in Kapiteln erzählt werden.

Es gibt 30 Sprecherinnen und Sprecher, sodass ein Kurs von der ersten bis zur letzten Lektion dieselbe Stimme behalten kann, und dieselbe Lektion lässt sich in 79 Sprachen erstellen, 68 davon mit Sprecherstimme. Wenn sich etwas ändert, erstellst du diese Lektion in etwa einer Minute aus deinen aktualisierten Notizen neu. Lade jede Lektion als MP4 mit Untertiteln für deine Kursplattform herunter oder teile einen Link. Eigenes Branding mit deinem Logo, deinen Farben und Schriften gibt es im Pro-Tarif.

Chasca filmt dich nicht. Nimm deine Begrüßung und die Einführungen in die Module also mit dem Handy auf und lass die Zeichnungen die Erklärungen tragen. Auf der Beispielseite siehst du fertige Videos.

Eine Checkliste für jedes Kursvideo

  • Ein Lernziel, formuliert als etwas, das die Lernenden danach können.
  • Unter sechs Minuten.
  • Der einfachste Stil, der zeigt, was die Lektion braucht.
  • Klarer Ton.
  • Am Ende eine Frage, dann die Antwort.
  • Untertitel und ein Transkript.
  • Ein Skript, das du aktualisieren kannst.

Quellen

Transkript zum Video Der Sprechertext des Erklärvideos oben (1:02).

Want course videos learners finish and can use? Build them like drawers: one thing learners can do in each. Plan one objective per video, keep it under six minutes, and choose the simplest style that shows the lesson: your face for welcomes, drawings for explanations, or a screencast for software.

Write the script first. Talk to one learner, and name what appears on screen. Then get the sound right: a close microphone and a quiet room matter more than a studio. After every video, ask one question about its objective, pause, then give the answer.

Add captions and a transcript, and keep scripts as the master copy. When a lesson changes, edit that drawer, not the whole course. Chasca can draw explanations, while you film welcomes on your phone. How do you make each lesson easier to learn from? Give it one objective, clear sound, and a question.

Häufige Fragen

Jeweils unter sechs Minuten, und zwei bis vier Minuten für eine einzelne Idee. In 6,9 Millionen Wiedergabesitzungen auf edX lag der Median der Sehdauer bei höchstens sechs Minuten, egal wie lang das Video lief, und die erste Empfehlung der Forschenden lautete, Lektionen in Häppchen von weniger als sechs Minuten zu planen.

Das hilft eher der Bindung als dem Lernen. Eine Metaanalyse von 2022 über 20 Experimente ergab: Ob die Lehrperson zu sehen war, veränderte nicht signifikant, wie viel die Leute lernten, steigerte aber ihre Motivation. Zeig dein Gesicht bei Begrüßungen und Einführungen und wechsle zu Zeichnungen, Folien oder deinem Bildschirm, wenn du erklärst.

Am wichtigsten ist guter Ton. In Experimenten von Eryn Newman und Norbert Schwarz bewerteten Zuhörende dieselben Forschenden und dieselbe Forschung weniger positiv, wenn die Tonqualität schlecht war. Ein ordentliches Mikrofon, ein ruhiger Raum mit weichen Möbeln und Stoffen und eine Handykamera reichen für den Anfang. Setz dich so, dass du zum Fenster schaust und das Licht auf dein Gesicht fällt.

Halte jedes Video kurz, gib ihm ein Lernziel und stell danach eine Frage. In einer Harvard-Studie zu einer aufgezeichneten Vorlesung, die in vier Teile geteilt war, schweiften Studierende, die nach jedem Teil ein Quiz machten, etwa halb so oft mit den Gedanken ab und erreichten im Abschlusstest 90 Prozent, gegenüber 68 Prozent bei Studierenden ohne Quiz.

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